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Ein Problemjahr für Fledermäuse

Bilanz des NABU Hessen zum Fledermaussommer 2007


ZwergfledermausWetzlar/Hessen (NABU Hessen): Viele Regennächte, dazu Kältephasen ? als Folge wenig Insektenaktivität, Nahrungsmangel und dadurch teilweise beträchtliche Verluste beim Nachwuchs ? so lässt sich der Sommer 2007 bisher aus der Sicht der hessischen Fleder­mäuse zusammenfassen. Der NABU hofft nun auf einen warmen und insektenreichen Spätsommer und Herbst, in dem sich die Fledermäuse wenigstens einen ordentlichen Winterspeck anfuttern können.
Foto:NABU/K.Bogon

Hessischer Fledermausnachwuchs hat in diesem Jahr einen schwierigen Start ins Leben. Nach einem außergewöhnlich warmen April kamen die ersten Mausohr-Jungtiere zwar um den 20 Mai recht früh zur Welt. Aber erst im Lauf des Juli wurden die letzten Jungtiere geboren. Diese außergewöhnlich lange Dauer der Geburtsperiode ist auf die Wetterkapriolen dieses etwas missratenen Sommers zurückzuführen. ?Anstatt mit sommerlicher Hitze - wie etwa 2003 - haben die Fledermäuse im Sommer 2007 mit den Auswirkungen von Kälteperioden wie auch der zahlreichen nächtlichen Regenfälle zu kämpfen,? erläutert der Wildbiologe und NABU-Fledermausexperte Karl Kugelschafter. ?Doch letztlich ist es weniger die Kälte, die den Fledermäuse so zu schaffen macht, als vielmehr deren Auswirkungen auf das Beute­angebot. In naßkalten Nächten sind nämlich kaum Insekten aktiv, und der Jagderfolg der Fledermäuse ist entsprechend niedrig.?

Fledermäuse besitzen außergewöhnliche Fähigkeiten, um solche misslichen Wetterlagen zu überstehen, in denen sie am frühen Morgen hungrig von der Jagd zurückkehren: Sie senken ihre Körpertemperatur ab, verfallen in eine winterschlafähnliche Lethargie und sparen so Energie. Diese Sparmaßnahmen helfen den Weibchen, sommerliche Kälteperioden zu überleben, gehen aber zu Lasten der Embryonal- und Jungtierentwicklung. Besonders deutlich ist in diesem Jahr die Auswirkung auf die Jungtierentwicklung. Während z.B. normalerweise bei Mausohren die Jungtiere nach ca. 4 Wochen flügge werden, dauert es in diesem Jahr in manchen Kolonien bis zu 6 Wochen.

Auch Kälte und Regen während der Aufzucht gehen zu Lasten der Jungtiere und führen mancherorts zu hohen Verlusten. Hoch waren z.B. die Verluste in der Mausohrkolonie in Schlüchtern, wo über 50% der Jungtiere an Unterernährung starben. Ein schlechtes Jahr ? dennoch: auch wenn es den meisten Fledermausarten in diesem Sommer nicht besonders gut geht, wird ihr Überleben dadurch nicht gefährdet. Fledermäuse können außergewöhnlich alt werden. Der Altersrekord bei den Großen Mausohren liegt bei über 30 Jahren! Diese Fähigkeit hilft ihnen, Jahre mit niedrigem Fortpflanzungserfolg "wegzustecken?.

Die Fledermausschützer im hessischen NABU hoffen nun wenigstens auf einen warmen und sonnigen Spätsommer und Herbst. Denn gibt es jetzt noch einmal Insektenfutter satt, können sich die Fledermäuse mit etwas Glück noch einen kleinen ?Fettwanst? anfuttern und damit wenigstens gut über den Winter kommen. Dann könnten sie dem nächsten ? hoffentlich besseren ? Sommer gelassen entgegensehen.

Für Rückfragen:

Karl Kugelschafter unter Tel. 06462-91 28 96   oder mobil   0178 3510 227

(NABU-Landesarbeitsgemeinschaft Fledermausschutz)

Sibylle Winkel, NABU Hessen, Tel. 06441-67 904-17
Im Internet zu finden unter www.NABU-Hessen.de


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