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Wanderer mit vier Flügeln ein Bericht vom NABU Mitglied Martin Rieser

  Der Herbst zeigt sich von seiner schönsten Seite und die Zugvögel sammeln sich in großen Schwärmen um ihre weite Reise gen Süden anzutreten. Sind nur Vögel unterwegs nach Süden - weit gefehlt, auch viele Insekten begleiten unsere Vogelschwärme auf dem Weg in ihre Winterquartiere.

DistelfalterUnter ihnen sind auch die beiden Tagfalter Admiral (Vanessa atalanta) und Distelfalter (Vanessa cardui). Beide Arten gehören zu der Familie der Edelfalter und sind im Frühjahr aus dem Mittelmeerraum zu uns gekommen. Distelfalter und Admiral sind dabei in der Lage das Mittelmeer auch ohne Ausnutzen von Landbrücken zu überqueren. Hierbei werden günstige Luftströmungen ausgenutzt, damit große Strecken mit geringem Kraftaufwand zurückgelegt werden können. Um den, auch tagsüber, recht niedrigen Temperaturen bei der Alpenüberquerung trotzen zu können, nutzen die Tiere ihre dunkle Körperfarbe um wärmende Sonnenstrahlen zu absorbieren. Bis zum Herbst bilden beide Arten zwei oder bei sehr günstigen Bedingungen, auch drei Generationen aus von denen die letzte uns im Herbst wieder Richtung Süden verlässt.
Foto: J.Jenrich

Die Weibchen beider Arten haben nach ihrer Ankunft einzelne Eier auf Brennnesseln abgelegt, wobei der Distelfalter, wie der Name schon sagt, auch gerne verschiedene Distelarten für die Eiablage aufsucht. Die Raupe des Admirals spinnt ein Brennnesselblatt zu einer Tüte zusammen und frisst es dann, gut geschützt vor Fressfeinden, von innen her auf. Wenn wir eine Raupe des Admirals sehen wollen müssen wir eine solche "Tüte" in Brennnesselbeständen suchen und sie dann vorsichtig öffnen. Die Farbe ist sehr variabel und reicht von gelblichgrau bis hin zu schwarz. An der Seite befindet sich eine unterbrochene gelbe Linie. Der ganze Körper ist mit kurzen verästelten Dornen in der Farbe der Raupe besetzt. Nach mehreren Häutungen verpuppt sich die Raupe in einem losen Gespinst mehrerer Blätter. Vor der Verpuppung spinnt sie ein kleines Polster auf einer geeigneten Unterlage in das sie ihre Hinterfüße verharkt und sich dann kopfüber aufhängt. Die Raupenhaut platzt im Nacken auf und wird unter heftigem Zucken abgestreift. Diese, kopfüber hängende Puppenform bezeichnen wir als Stürzpuppe. Ende August und Anfang September schlüpft die zweite Generation und stärkt sich, für ihren Flug nach Süden, häufig in unseren Gärten an Blumen und Fallobst.

So wie beim Admiral verläuft auch die Entwicklung beim Distelfalter. Seine Raupe lebt zwischen lose zusammengesponnen Blättern der Futterpflanzen. Sie ist grauschwarz und besitzt auf dem Rücken und an den Seiten unterbrochene gelbe Streifen. Wie beim Admiral ist auch die Distelfalterraupe am ganzen Körper mit kurze, verästelte Dornen von gelblich grauer Färbung besetzt.

Den Distelfalter können wir mit Recht als den Vagabunden unter den Schmetterlingen bezeichnen. Von seiner, wahrscheinlich angestammten Heimat, dem Mittelmeerraum, hat er sich mit Ausnahme von Südamerika in der ganzen Welt ausgebreitet.

In den letzten Jahren zeigen sich bei unseren Tagfaltern erste Auswirkungen der globalen Erwärmung. Bereits im März können wir die ersten Admirale beobachten, die auf Grund der frühen Zeit unmöglich aus dem Süden stammen können. Wegen der milden Winter gelingt es ihnen an geschützten und nahezu frostfreien Stellen zu überwintern. Wenn sie dann mit den altbekannten Frühlingsfaltern Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge oder Zitronenfalter um die Wette fliegen, wissen wir nicht recht - sollen wir uns freuen oder uns über die Zukunft gedanken machen.


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