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Fledermäuse im Zielanflug: 400. fledermausfreundliches Haus in Hessen

 NABU verleiht Ehrung an die evangelische Christuskirche in Fulda

Wetzlar/Fulda; Das 400. Fledermausfreundliche Haus Hessens steht in Fulda: Der NABU Hessen zeichnet am 6. August 2008 gemeinsam mit dem Land Hessen die evangelische Christuskirche in Fulda mit der Plakette und der Urkunde ?Fledermausfreundliches Haus? aus. Die Ehrung wird vorgenommen durch Minister Wilhelm Dietzel und den NABU-Landesvorsitzenden Gerhard Eppler mit Stadtbaurätin Cornelia Zuschke. Die Auszeichnung wird an Hausbesitzer verliehen, die Fledermäuse an ihrem Gebäude fördern und damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung dieser bedrohten Tiere leisten.

Mit der Auszeichnung der evangelischen Christuskirche führen der Naturschutzbund Hessen (NABU) und das Land Hessen die Kampagne ?Fledermausfreundliches Haus? fort. Bis zum Jahresende will der NABU im Rahmen der hessenweiten Aktion 500 Häuser in Hessen auszeichnen, um besonderes Engagement von Hausbesitzern zu ehren. 

Von den mehr als 20 Fledermausarten in Deutschland können über die Hälfte Quartiere in Gebäuden beziehen - z.B. die Zwergfledermaus, das Große Mausohr, die Fransen- und die Breitflügelfledermaus. Oft werden Fledermäuse wegen ihrer leisen Lebensweise in den Häusern gar nicht bemerkt - und können bei Renovierungsarbeiten unbeabsichtigt den Tod finden.

In der Christuskirche haben Zwergfledermäuse ein Zuhause in kleinen Öffnungen der Fassade und Nischen an den Wänden des Gotteshauses gefunden ? ein recht unvermuteter und ungewöhnlicher Ort für eine Fledermauspopulation. Doch die Zwergfledermaus zählt zu den kleinsten heimischen Fledermausarten, und auch ein sehr kleiner Spalt oder Hohlraum am Haus reicht dem winzigen Tier als Zufluchtsort aus. Gelegentliche Einflüge wurden an der Christuskirche ab ca. 1985 beobachtet.

Im Sommer 2007 bemerkte ein NABU-Mitglied während eines Konzertes eine Fledermaus, die im Kircheninnenraum die Blicke der Anwesenden auf sich zog. Er informierte den NABU-Fledermausexperten Lothar Herzig, der am Altarraum fündig wurde: ein Abendsegler hatte sich dort niedergelassen und damit Kirche und NABU in Sachen Artenschutz zusammengebracht.

Ob der Abendsegler bei seinem Konzert-Rundflug an Davids Psalm 23,6 dachte, wissen wir leider nicht (??und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar?).

Pfarrer Fried-Wilhelm Kohl allerdings hatte zuvor schon in einer NABU-Informationsschrift über Fledermausschutz gelesen und nahm das Auftreten des Abendseglers zum Anlass, nun selbst aktiv zu werden. Er nahm Kontakt zur Adolf-von-Dalberg-Grundschule auf. In einem ersten Projekt bauten die Kinder der Schule Fledermauskästen ? unter Leitung von Küster Jansen, der gleichzeitig auch Schreiner ist. Ein zweites Projekt leitete Berufschullehrer Kuschnik von der Ferdinand-Braun-Schule: eine Schüler-Projektgruppe gestaltete ? unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen ? fledermausgerechte Öffnungen und Nischen an Fassade und Wänden der Kirche.

Dank Pfarrer Kohl werden der Abendsegler und seine Verwandten vielleicht bald in weiteren Kirchen Zuflucht finden, denn in Gesprächen mit geistlichen Kollegen und Kirchenverwaltung wirbt er intensiv dafür, Kirchtürme für Fledermäuse und Vögel zu öffnen. Seine Überzeugung dazu ist einfach und klar: ?Alle Geschöpfe sollten Zugang zur Kirche haben?, sagt er.  

Bei der Ehrung anwesend sind Pfarrer Fried-Wilhelm Kohl, Dekan Bengt Seeberg, Küster Jansen,  NABU-Fledermausexperte und Quartierbetreuer Lothar Herzig sowie Berufschullehrer Bernd Kuschnik von der Ferdinand-Braun-Schule und einige seiner Schüler, die bei der Sicherung des Fleder­mausquartiers eine wichtige Rolle spielten. Für den NABU nehmen weiterhin teil Landesgeschäfts­führer Hartmut Mai, Kreisverbands­vorsitzender Karl-Heinz Kern sowie weitere Mitarbeiter des NABU-Landes­verbandes Hessen und des Projektes "Fledermausfreundliches Haus".

Der NABU ruft alle Fledermausfreunde und solche, die es werden wollen, dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen und sich um die Auszeichnung zu bewerben. Neben der Plakette gibt es für die Hausbesitzer auch eine Urkunde und ein Fledermausbuch.


Alle Informationen über die landesweite NABU-Aktion ?Fledermausfreundliches Haus? sind nachzulesen im Internet unter www.NABU-Hessen.de . Unter anderem kann der Bewerbungsbogen für eine Auszeichnung abgerufen und ausgedruckt werden. Auch zahlreiche Häuser, die im Rahmen der Aktion bereits ausgezeichnet wurden, sind dort portraitiert.

Alle Infos unter www.NABU-Hessen.de

Für Rückfragen:
Petra Gatz, NABU-Fledermaustelefon 06441-67 904-25, mobil 0170 3028 298

Sibylle Winkel, NABU Hessen, 06441-67 904-17


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