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Naturschutz Vogel des Jahres 2010 der Kormoran

 Wer schießt, muss auch essen

NABU Hessen stellt den Kormoran, Vogel des Jahres 2010, vor

Wetzlar. Der Vogel des Jahres 2010 ist der Kormoran, eine der interessantesten und faszinierendsten heimischen Vogelarten. ?Wer den geschickten und geselligen Fischtaucher mit seinem schillernden Federkleid einmal aus der Nähe beobachten kann, wird mit einem packenden Naturschauspiel belohnt?, stellte Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen, den Jahresvogel vor. Für alle, die den Kormoran wegen seines Fischhungers aber lieber abschießen wollen, forderte der NABU Hessen: ?Wer schießt, muss auch essen?. Mit dem Rezept ?Kormoran in saurer Sauce? bot der Naturschutzverband auch gleich eine Anleitung zur Zubereitung an.

?Mit der Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres 2010 wollen wir  für einen nachhaltigen Schutz des Kormorans werben und den Umgang mit sogenannten ?Problemvögeln? thematisieren?, begründete Gerhard Eppler die Auswahl des Jahresvogels. ?Gleichzeitig setzen wir uns damit für die Verbesserung unserer Gewässer ein, damit alle Fische und Wasservögel wie der Kormoran Raum zum Leben haben?.

Vor allem Berufsfischer, Teichbesitzer und Angler forderten immer wieder, Kormorane zu vergrämen oder abzuschießen, so Eppler. ?Besser ist es, wenn sich alle an einen Tisch setzen und gemeinsam nach guten Lösungen für Mensch und Natur suchen?, forderte der Biologe zur Zusammenarbeit auf. Wer aber nur ans Abschießen denke, sollte die Vögel zumindest nachher verspeisen. ?Mit dem Rezept ?Kormoran in saurer Sauce? aus dem Anfang November erscheinenden Buch ?Kochgenuss mit Wild-Vögeln? von Birgit Rittershofer und Klaus Richarz (Verlag Neumann-Neudamm) wünschen wir allen einen guten Appetit!?

Kormoran mit saurer Sauce

Der Fischer sprach zum Kormoran, Was hast du mir bloß angetan, Kein Fisch ist mehr in meinem Teich, Pass auf - ich fange dich sogleich, Ich brate ich dich  ganz herrlich, Dann hab ich dich zum Fressen gerne ? ehrlich.

Ausgelöste und von allem fett befreite Kormoranbrüste werden in trockenem Rotwein, dem man noch 3 Nelken 2 Lorbeerblätter, 5 Wacholderbeeren und Zwiebelringe zugefügt hat,  mindestens 1 Tag eingelegt.

Saure Sauce: 3 EL Butter, 4 EL Mehl, ein Viertel Liter trockener Weißwein, Salz, Pfeffer, 1 Lorbeerblatt, 2 Wacholderbeeren. Wasser, 1 gewürfelte Möhre, Sahne

Die Butter wird in einer Kasserolle erhitzt, dann gibt man das Mehl dazu und lässt das ganze hellbraun rösten. Vorsichtig mit dem Wein ablöschen und soviel Wasser dazugeben bis die Sauce die gewünschte Dicke hat. Dann gibt man die Karotte dazu. Anschließend werden die eingelegten Kormoranbrüste aus der Marinade geholt, abgetrocknet und mit Salz, Pfeffer sowie Paprika kräftig gewürzt. Die Brüste in Öl anbraten eine in Scheiben geschnittene Zwiebel dazugeben. Das Fleisch auf eine Platte legen und den Bratensatz mit einem Viertel Liter Wasser ablöschen und zur sauren Soße geben. Alles aufkochen lassen und die Kormoranbrüste dazugeben. Nun lässt man das ganze ca. zwei Stunden leicht köcheln. Bei jüngeren Vögeln reichen 90 Minuten. Wenn das Fleisch gar ist, die Sauce mit Salz, Essig und etwas Sahne abschmecken.

Hintergrundinformationen

Jahrzehntelang war der Kormoran aus Deutschland so gut wie verschwunden ? das Ergebnis intensiver Verfolgung bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dank verbesserter Gesetze zum Vogelschutz und angesichts großer Fischmengen in nährstoffreichen Gewässern stieg die Anzahl der Tiere seit Anfang der 1980er Jahre wieder an. Heute leben in Deutschland rund 24.000 Brutpaare, davon mehr als die Hälfte in großen Kolonien nahe der Küste. Ihre Zahl hat sich in den letzten Jahren stabilisiert. In Hessen kommen Kormorane vor allem am Rhein, an der Eder und an den NABU-Vogelsbergteichen vor. ?Die Rückkehr des Kormorans ist ein Erfolg für den Vogelschutz, auf den wir stolz sein können?, betont Gerhard Eppler.

Weil sich der Kormoran von Fischen ernährt, hat er nicht nur Freunde. Nach wie vor versuchen Teichwirte und Angler die Politik und Behörden mit einseitigen Argumenten von angeblichen Gefahren durch den Kormoran, wie der Bedrohung von Fischarten und massiven wirtschaftlichen Schäden durch den Kormoran, zu überzeugen. Auf der Grundlage von fachlich und juristisch umstrittenen Erlassen und Verordnungen wird er seitdem wieder geschossen. Die traurige Bilanz: Rund 15.000 Kormorane werden jedes Jahr in Deutschland als sogenannte ?Schadvögel getötet?.

Der NABU Hessen lehnt eine flächendeckende Regulierung der Kormoranbestände grundsätzlich ab. Kormorane vernichten keine Fischbestände und gefährden langfristig auch keine Fischarten.  Allerdings können sie an Fischteichen wirtschaftliche Schäden anrichten. Doch es gibt Möglichkeiten, dies zu verhindern, ohne den natürlichen Bestand der Vogelart erneut zu gefährden. ?Die Auseinandersetzung um den Kormoran ist ein Prüfstein für einen umsichtigen Artenschutz in Hessen.?, so Gerhard Eppler.

Denn es gibt Alternativen. Zu den zeitgemäßen Strategien zählt vor allem, Ruhezonen für Wasservögel zu schaffen. So werden sie an Orte gelenkt, an denen sie problemlos geduldet werden können. Dazu zählen größere Stillgewässer und Flüsse ebenso wie die Küste. Wenn sich Kormorane hier ungestört von reichhaltigen Fischbeständen ernähren können, verringert sich auch der Druck auf Fischzuchtanlagen oder die Rückzugsräume seltener Fischarten. Kormorane fangen bevorzugt Fische, die sie ohne großen Aufwand erbeuten können ? sie sind Nahrungsopportunisten. Darum stehen vor allem häufige und wirtschaftlich unbedeutende ?Weißfische? wie Rotaugen, Brachsen und andere Kleinfische auf ihrem Speiseplan, die besonders in nährstoffreichen Gewässern in großen Mengen vorkommen. ?Edelfische? wie Felchen oder Äschen machen wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge nur geringe Anteile ihrer Nahrung aus.

An Fischzuchtanlagen gibt es Möglichkeiten, wirtschaftliche Schäden durch Kormorane zu verhindern, ohne den natürlichen Bestand der Vogelart erneut zu gefährden. Sie können durch das Überspannen mit weitmaschigen Drahtnetzen sowie durch optisches und akustisches Vertreiben wirksam geschützt werden.


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