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UNSER UNBEKANNTER FREUND: DER BIBER

Mit freundlicher Empfehlung von unserem Sponsor der GWV Fulda www.gwv-ideen.de

In der Fulda und ihren Nebenflüssen gibt
es erstmals seit über 150 Jahren wieder
Biber. Ein Auszug der Biber Broschüre beschreibt, warum
wir uns darüber freuen können.

SIE SIND WIEDER DA! BIBER IM LANDKREIS FULDA

Etwa 200 Jahre lang gab es in Osthessen keine Biber mehr. Ende der 80er Jahre lebten in Deutschland nur noch wenige dieser großen Nagetiere, die meisten an der Mittelelbe. Einige Elbe-Biber wurden 1987/88 in den benachbarten Main-Kinzig- Kreis geholt und im kleinen Flüsschen Sinn, an der Grenze zu Bayern, ausgesetzt. Hier gefällt es den Tieren offenbar so gut, dass sie sich seither Jahr für Jahr vermehrt haben. Ihr heutiger Bestand wird auf über 200 Exemplare
geschätzt. Das Experiment der Wiedereinbürgerung ist also voll gelungen. Nun sind Biber Tiere mit einem festen Revier. Junge Biber verlassen ihre Eltern und suchen sich einen eigenen Flussabschnitt, um eine Familie zu gründen. „Freie“ Reviere finden sie entweder flussaufwärts oder flussabwärts vom elterlichen Bau. Steigt die Zahl der Biber an einem Fluss immer weiter an, gehen zwangsläufig irgendwann die freien Reviere aus.

Das war auch an der kleinen Sinn nicht anders. Die jungen Biber, die Reviere suchten, hatten zwei Möglichkeiten: Sie konnten in Richtung Main und Kinzigtal ausweichen, was viele auch taten, oder sich Richtung Fulda vorarbeiten. Dabei mussten sie sich anstrengen. Denn um von der Sinn in die Fulda oder Fliede zu gelangen, mussten sie hohe Landrücken überwinden. Doch der Wunsch nach einem „freien Bauplatz“ trieb sie an. Für die Fachleute war es vorhersehbar, dass Biber von der Sinn irgendwann auch im Raum Fulda auftauchen würden. Der erste kam 2001 in die Fliede bei Kerzell, wurde nach zwei Jahren aber leider überfahren. Der nächste Biber traf in 2003 im Gichenbachtal bei Ebersburg-Schmalnau ein. 2005 siedelte sich ein Biber bei Bronnzell an und ein weiterer im gleichen Jahr dann sogar mitten in der Stadt: in der Fulda-Aue nahe dem Deutschen Feuerwehr-Museum. Weitere Biber-Reviere gibt es inzwischen in Kämmerzell /Lüdermünd und zwischen Eichenzell und Welkers. Noch sind diese ersten Biber Einzelgänger. Doch weitere werden nachkommen, und dann finden sich auch Paare zusammen und bekommen Junge. Bis es in der Fulda und ihren Nebenflüssen so viele Biber gibt wie in der Sinn, mag es noch viele Jahre dauern Doch der Anfang ist gemacht. Zurzeit sind die Biber in der Fulda Singles. Wie lange wohl noch? Dass wieder erste Biber in den Flüssen Fliede und Fulda leben, ist zwar für viele eine Überraschung, aber keine echte Sensation. Schließlich gehören sie hierher in unsere Gegend. Das verraten schon die vielen Ortsbezeichnungen, in denen der Name dieses Tieres vorkommt: Hofbieber, Niederbieber, Langenbieber, Bieberstein, Biebergemünd und andere.


FLINK IM WASSER, LANGSAM AN LAND WIE BIBER IHREN LEBENSRAUM GESTALTEN

Die meisten Tiere fügen sich in die Natur ein – so unauffällig wie möglich. Anders der Biber. Wenn er kleine Flüsse besiedelt, verändert er den Lebensraum, um es sich leichter zu machen. So wird er zum Landschaftsgestalter. Biber sind an Land eher schwerfällig, im Wasser aber flink und wendig. Alles, was sie transportieren müssen, können sie schwimmend bequem bewegen. Dank ihrer kräftigen Krallen haben sie Äste (Baumaterial) und Futter fest im Griff und können damit sogar tauchen. Wenn Biber in Seen oder großen Flüssen leben, ist hier von Natur aus genug Wasser da. Suchen sie sich aber an kleineren Fließgewässern ein Revier, so sind diese für die Bedürfnisse der Biber meistens zu schmal. Als geschickte Wasserbauer gestalten sie dann ihren Lebensraum kurzerhand um: Sie bauen aus Ästen, pflanzlichem Füllmaterial und Schlamm einen Damm, der das Wasser staut. Diese Dämme sind oft so
stabil, dass ein Mensch darauf laufen kann. Stehendes Wasser lockt viele Arten an Vor dem Biber-Staudamm entsteht oft eine größere Wasserfläche. Die Bäume und Büsche entlang des ursprünglichen Ufers werden überflutet. Aus dem Fließgewässer mit Strömung wird vor dem Biberdamm ein ruhiges, stehendes Gewässer, in dem sich der Biber prima bewegen kann. Durch die Überflutung gehen zwar einige Büsche und Bäume ein, doch gleichzeitig nehmen viele andere Tiere und Pflanzen den neu entstandenen Lebensraum an. So bietet ein abgestorbener Baum Pilzen, Insekten und Vögeln eine Heimat. Das stehende Gewässer zieht Frösche, Lurche, Fische und Wasserinsekten an. Die wiederum dienen bestimmten Vögeln als Nahrung, etwa dem Reiher oder dem
Storch. Eine neue Lebensgemeinschaft entsteht. Das Landschaftsbild verändert sich Das alles ergibt eine auffällige Veränderung. Der ursprünglich schmale Fluss oder Bach ist vor dem Damm zum kleinen Stausee geworden. Auf den ersten Blick sieht diese überschwemmte Landschaft wüst aus, und es gibt Menschen, die darüber schimpfen. Abgestorbene Bäume sind eben nicht besonders idyllisch. Wer aber weiß, dass in diesem kleinen Biber-See jede Menge Tiere, und darunter auch viele gefährdete, eine neue Heimat finden, bewertet diese Umgestaltung anders. Uferrandstreifen als Schutzraum Problematisch kann es werden, wenn das durch den Biber überflutete Land einem Landwirt gehört, der hier Tiere weiden lassen möchte oder Heu machen will. Da wird der Biber schnell als Störenfried betrachtet. Solche Konflikte kann man vermeiden, indem der Staat in Biber-Revieren die Uferstreifen aufkauft. So können die Biber niemanden beeinträchtigen. Mit dieser Vorgehensweise hat man in Hessen gute Erfahrungen gemacht. Im Wasser sind die Tiere voll in ihrem Element. Bei Gefahr taucht der Biber ab und schlägt mit dem Schwanz laut klatschend aufs Wasser, um seine Artgenossen zu warnen. Ein Damm besteht aus mehreren Schichten Ästen. Er wird mit Schlamm abgedichtet. Mit etwas gutem Willen kommen sich Mensch und Biber nicht ins Gehege.


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