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Energiewende und Artenvielfalt in Einklang bringen

NABU-Versammlung fordert Stopp für GrünlandumbruchWetzlar. Einen Stopp des unkontrollierten Umbruchs von Grünland zu Ackerflächen

 

für den Anbau von Energiemais forderte die Landesvertreter-Versammlung des NABU Hessen am 9.11.2011 in der Naturschutzakademie Hessen in Wetzlar. „Die notwendige Energiewende muss naturverträglich gestaltet werden. Eine maßlose Ausweitung des problematischen Anbaus von Energiemais verursacht mehr Umweltprobleme als sie löst“, erklärte Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Bei der Erzeugung von Biogas müsse mehr auf Reststoffe und die Nutzung von Grünlandschnitt gesetzt werden.

Die 125 Delegierten aus den 24 hessischen NABU-Kreisverbänden berieten über die Energiewende in Hessen. Sie zeigten sich besorgt über eine um sich greifende „Vermaisung“  der Landschaft. Um eine sinnvolle nachhaltige und umweltschonende Energieversorgung langfristig zu gewährleisten, müsse der Anbau von Biomasse nach den Kriterien einer naturverträglichen Landwirtschaft erfolgen. „Nur durch die Einhaltung ökologischer Mindeststandards kann der gute Ruf der der nachwachsenden Rohstoffe auch in Zukunft gewährleistet werden“, so Eppler. Der Umbruch von Grünland zu Acker sei schon aus Klimaschutzgründen keine sinnvolle Maßnahme. „Wiesenflächen binden mehr CO2 als durch die Biomassenutzung von Maisanbau eingespart werden kann“, erläuterte der Biologe. Der Grünlandumbruch gefährde zudem die Artenvielfalt, Dies gelte besonders für die hessischeMittelgebirgsregion.

Jörg-Andreas Krüger, NABU-Fachbereichsleiter Naturschutz und Umweltpolitik, stellte den Delegierten aktuelle Entwicklungen im Spannungsfeld von Naturschutz und regenerativen Energien vor. Er wies auf neueste Forschungen zum Thema Windkraft und Vogelschutz hin und forderte den Verzicht des Neubaus von Windrädern in natursensiblen Bereichen. Die Energiewende und der Schutz der biologischen Vielfalt seien gleichrangige Ziele der nachhaltigen Entwicklung und müssten deshalb in Einklang gebracht werden.

Straßenbau in Hessen

Die Landesvertreterversammlung befasste sich auch mit dem Aus- bzw. Neubau der B 252 zwischen Marburg und Frankenberg sowie der A 49 von Treysa bis zu A 5 bei Homberg/Ohm. Die B 252 stelle unbestritten ein Nadelöhr im nordwesthessischen Straßenverkehr dar, so Eppler. Im Laufe der jahrelangen Planungen habe sich der NABU eindeutig für eine Entlastung der Ortschaften durch kleinräumige Umgehungen ausgesprochen. Aktuell plane die Straßenbauverwaltung jedoch einen rund 18 km langen Neubau einer zum Teil dreispurigen Bundesstraße, die mit einem gigantischen Flächenverbrauch in einer historischen Kulturlandschaft und wertvollster Ackerböden einhergehe. Gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Wettschaftstal und drei Landwirten  setze sich der NABU Hessen intensiv für eine naturverträgliche Variante der B 252 ein. Hierzu habe der NABU ein eigenes Fachgutachten erstellen lassen. „Die Straßenbau- Verwaltung bleibt jedoch bislang stur bei ihrer Planung und zeigt sich auch nach Gesprächen mit Politik und Wirtschaft nicht an einer einvernehmlichen Lösung interessiert“, erklärte Eppler.

Für den Trassenabschnitt der A 49 ab Treysa habe der NABU hatte bereits 2006 eine schonendere alternative Linienführung vorgeschlagen, die sensible Landschaftsräume umfahre. Diese Lösung werde von der Straßenbauverwaltung bisher abgelehnt. Bleibe es dabei, müsse der NABU eine Verbandsklage intensiv prüfen. Im Südabschnitt von Stadtallendorf bis zur A 5 sieht der NABU die besten Chancen, einen irreparablen Eingriff in den Herrenwald und den Dannenröder Forst abzuwehren.

Vorstands-Neuwahlen

Bei den Neuwahlen des Landesvorstands wurde der Biologe Gerhard Eppler aus Heppenheim in seinem Amt bestätigt. Auch die stellvertretenden Vorsitzenden Marko Dorndorf (Eschenburg) und Stefanie Stüber (Büttelborn) sowie der Schatzmeister Klaus-Dieter Seibel (Bad Wildungen) wurden für zwei weitere Jahre wieder gewählt. Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wurde Martin Runkel aus Gelnhausen bestimmt, der Lydia Desch aus Jossgrund ablöst. Nach über zehnjähriger Vorstandstätigkeit stellte sich die NABU-Aktive aus dem Main- Kinzig-Kreis nicht mehr zur Wahl. Landesvorsitzender Eppler dankte Lydia Desch für ihre langjährige Mitarbeit und zeichnete sie mit der silbernen Ehrennadel des NABU aus.


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