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Rutschende Basalthänge und wilder Wald
Artenvielfalt im NABU-Schutzgebiet "Schwarzer Acker" in der Hochrhön

Der „Schwarze Acker“ ist ein Naturschutzprojekt der NABU-Stiftung Hessisches Naturerbe in unmittelbarer Nähe des Roten Moores im Biosphärenreservat Rhön. Der historische Flurname führt ein wenig in die Irre, denn dahinter verbirgt sich nicht eine Ackerfläche, sondern vielmehr ein rund sechs Hektar großer aufgelassener Basaltsteinbruch mit zwei Stillgewässern und ein rund elf Hektar großes Waldgebiet. Mit finanzieller Unterstützung des Landes Hessen konnte die NABU-Stiftung das Gebiet von einem Privateigentümer erwerben. Die Steilwände des Steinbruchs weisen Hangrutschungen auf, die immer wieder neue Lebensraumstrukturen entste­hen lassen. Eine solche Naturdynamik mit der besonderen Artenvielfalt von Pionierstadien ist in Hessen leider nur an wenigen Stellen möglich - am Schwarzen Acker kann der NABU dies mit Unterstüt­zung der Stadt Gersfeld nun zulassen. Durch den Ankauf des Gebietes können jetzt auch die Gewässer aus der bisheri­gen Fischereinutzung herausgenommen werden. Der Lebensraum für die dort vorkommenden Amphibien, Libellen und weitere Wasserbewohner wird sich somit deutlich verbessern.

Rund fünf Hektar des Waldes beste­hen aus Fichten, die mittelfristig in einen Laubmischwald umgewandelt werden sollen. Die restlichen sechs Hektar Laub­wald werden ab sofort aus der forstlichen Nutzung entlassen und stellen mit den teilweise schon älteren Bäumen von Buche, Ahorn und Esche einen kleinen Urwald von Morgen dar. (hm)

Rhöner "Urwälder von morgen"

Wälder dürfen im Biosphärenreservat wieder verwildern

Die größten verwildernden Naturwälder Hessens finden sich neben dem nordhessischen Nationalpark Kellerwald-Edersee in der osthessischen Rhön. Dank dem Biosphärenreservat Status müssen dort laut UNESCO-Vorgabe drei Prozent des länderübergreifenden Schutzgebietes
als Kernzone ungenutzt bleiben. Im hessischen Teil gibt es 23 Waldflächen mit insgesamt 2081 Hektar, in denen sich der Wald wieder natürlich entwickeln kann. Da sich das Schutzgebiet auch auf Thüringen und Bayern erstreckt, wachsen Naturwälder auf insgesamt 6401 Hektar
mehr als im Nationalpark Kellerwald. Die Gebiete hängen allerdings nicht zu­sammen, sondern bilden 85 Teilflächen. Faszinierende Wälder ganz verschie­dener Ausprägung konnten so gesichert werden. Jedes Gebiet mit seiner anderen, charakteristischen Vielfalt an Tieren und Pflanzen. Den Karpatenbirkenwald am Roten Moor bei Gersfeld (108 Hek­tar) zeichnet das einzigartige feuchte Kleinklima des einzigen hessischen Hoch­moores aus. Ein Ausflug kann schön mit dem Besuch des NABU-Haus am Roten Moor verknüpft werden. Das größte zusammenhängende Gebiet (575 Hektar) findet sich im Haderwald im Truppen­übungsplatz Wildflecken. Es wird von Waldmeister-Buchenwald dominiert. Märchenhaft kommen die Orchideen- und Perlgrasbuchenwälder mit ihrem grünen Unterwuchs bei Dreienberg beiFriedewald daher, wilder hingegen die Winterlinden-Wälder und Eschen-Ahorn- Schluchtwälder am Breiten Berg bei Ha­belstein (106 Hektar). Blockschuttwälder mit Sommerlinden und Bergulmen am Stallberg und Morsberg bei Hünfeld (251 Hektar) markieren einen rhöntypischen Extremstandort.
Die politische Durchsetzung war für den NABU und befreundete Verbände nicht leicht, aber hat sich gelohnt. Hier wird in der „Modellregion“ des Biosphä­renreservat vorgemacht, wie es auch bei der nun anstehenden Suche nach weiteren Naturwald-Entwicklungsgebie­ten sein sollte: Möglichst große zusam­menhängende Wälder, die man in ihrer Schönheit und Erhabenheit auch den Menschen zeigen kann. Diese „Urwälder von morgen“ sollen alle verschiedenen Waldtypen repräsentieren, die wir in Hes­sen haben. Nur große Gebiete von meh­reren hundert Hektar bilden dann auch die natürliche Standortvielfalt wie Hang-, Kuppen- und Tallage, Süd-, West-, Ost-, Nord-Exposition und mit allen Alterssta­dien von Pionierwald bis zur Zerfallspha­se mit ihren charakteristischen Tier- und Pflanzenarten ab. Die neue Landesregie­rung will laut Koalitionsvertrag den Na­turwaldanteil um 24.000 Hektar auf fünf Prozent des hessischen Waldes erhöhen. Ein riesiger Gewinn für den Naturschutz wenn sie Wort hält. Bisher beginnt sie nur sehr zögerlich, (mh)

Text und Bilder mit freundlicher Genemigung NABU Landesverband Hessen


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